Liebe Mitglieder, liebe Freunde unseres Vereins!

                                          

 

Die Bayerische Landesausstellung 2012 liegt für uns räumlich sehr nah. Sie trägt den Titel „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert“ und widmet sich dem Thema „Als Österreich noch bei Bayern war …“. Sie wird in Burghausen und grenzüberschreitend in den oberösterreichischen Orten Ranshofen und Mattighofen gezeigt. Wir werden im Frühjahr sicherlich dorthin fahren.

 

In unserer Gemeinde selbst hat sich etwas Hochinteressantes ergeben. Am Höhenberg, einem langgestreckten Höhenzug im westlichen Teil des Seeoner Seengebiets, der in seinem südlichen Teil Höhen von 604 – 607 m ü.NN erreicht, wurden bei oberflächlichen Sondierungen Funde aus der Urnenfelderzeit, der Hallstatt- und Latènezeit, also aus der keltischen Periode unserer Besiedlungsgeschichte, gemacht. Das Fundmaterial setzt sich aus Fibeln, Trachtenzubehör, Pfeilspitzen, Geräten und Werkzeugen sowie Teilen von Pferdegeschirr und Wagen zusammen. Im nördlichen Teil des Höhenzugs kamen fast ausschließlich römische Funde zu Tage. Die Fundstellen setzen sich an den westlichen Hochterrassen des Brunnensees fort.

Bei Abwägung aller möglichen Gegebenheiten im Gelände und der Interpretation der Befunde könnte der Höhenberg als ein vorgeschichtlicher Opfer- oder Kultplatz angesehen werden. Gegen die Annahme einer Siedlung spricht zunächst das Fehlen jeglicher Keramik. Wir werden Ihnen bei unserer Jahresversammlung den „Komplex Höhenberg“ vorstellen.

 

Die Jahresversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium findet am

 

           Freitag, den 23. März 2012 um 19.30 Uhr beim Hafenwirt in Seebruck statt.

 

Bitte beachten Sie auch bei einem Besuch im Römermuseum bzw. der Kirchner Galerie, dass sich die Öffnungszeiten ab 1. Oktober wieder ändern:

 

                      Di – Sa           10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr

                      So                  14.00 – 16.00 Uhr

                      Mo                 geschlossen

 

Beide Museen sind vom 28.11.2011 bis einschließlich 06.02.2012 geschlossen.

 

Unsere Stammtische finden am jeweils am Donnerstag, 1.12.2011 sowie 2.2.2011 und 1.3.2012 statt. Die Stammtische im Oktober und November, wie auch im Januar und April 2012 entfallen.

 

 

Vorträge und Veranstaltungen

 

1. Prälat Dr. Walter Brugger, Freising:  „Die Versteigerung der Immobilien auf Kloster   

  Herrenchiemsee und ihr weiteres Schicksal“

  Donnerstag, 27. Oktober 2011, 19.30 Uhr, Römermuseum Seebruck

  (Bitte Termin Donnerstag beachten!)                                                            

 

2. Univ. Dozent Dr. Wolfgang Czysz, Univ. Innsbruck: „Die Stoahacker von

  Altenbeuern und Flintsbach. Mittelalterliche Mühlsteinbrüche im Inntal“

  Freitag, 11. November 2011, 19.30 Uhr, Römermuseum Seebruck

Zusammen mit dem Geologen Dr. W. Schmid hat der Referent in den vergangenen Jahren im Rahmen einer Feldforschung die Mühlsteinbrüche im Raum Neubeuern-Brannenburg untersucht. Sie zeigen, dass dieses Revier (Sandsteine des Helveticums) schon im frühen Mittelalter (8./9. Jh.) ein bedeutendes Zentrum der Mühlsteingewinnung war, in dem auch neue Abbautechniken im Feld erprobt und angewandt wurden. Gute Mühlsteine waren wegen der hohen Drehgeschwindigkeit der neuen Wassermühltechnologie unverzichtbar. Ohne die Wassermühle mit Getriebe wäre die landwirtschaftliche Produktion und mit ihr die rasche Bevölkerungsentwicklung im Hochmittelalter kaum denkbar. Obwohl die ersten Mühlsteine noch auf den alten Römerstraßen transportiert wurden, hat sich der Handel bald auf den Wasserweg konzentriert, der für Schwerlasten dieser Art der günstigere Verkehrsweg war. Auf dem nahegelegenen  Inn wurden die Mühlsteine vermutlich bis in den ungarischen Raum verhandelt. Zuletzt hat man noch im 18. und 19. Jahrhundert Daglsteine (Koller) für die Obst- bzw. Mostgewinnung und Schleifsteine für die Eisenschmieden hergestellt.

 

Familiennachmittag im Römermuseum – Geschichte mit allen Sinnen erleben

Sonntag, 20.November 2011, 14.00 – 16.00 Uhr

A. Krammer, MA: Arbeit eines Archäologen, Fundbestimmung und Dokumentation

M. Ziereis: Räucherwerk in der Antike

M. Ziereis mit Veit, Lenz und M. Wastlhuber:

1. Der römische Legionär – seine Ausrüstung, seine Waffen.

2. Die Funktionsweise eines römischen Pfeilgeschützes.

 

3. Dr. Wolfgang Schaffert, Siegsdorf: „Königsstätten im Kathmandu-Tal“

  Freitag, 25. November 2011, 19.30 Uhr, Römermuseum Seebruck

Die Hauptstadt von Nepal, Kathmandu, liegt zusammen mit den Städten Patan und Badgoan in einem Hochtal von 30 km Länge und 20 km Breite auf einer Meereshöhe von 1340 m im Vorfeld des Mt. Everest. Das gesamte Gebiet wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe Erde erklärt. Das Stadtbild mit den typisch roten Ziegelbauten geht z. T. auf das 16. – 18. Jh. zurück. Aus dieser Zeit stammen der Königspalast mit dem Haupttempel Taleju, der Tegutaletempel (Ende 16. Jh.) und der Shiva-Parvati-Tempel. Nahe der Stadt sind eine Reihe von großen buddhistischen Klöstern und Stupabauten. Der Referent berichtet von mehrmaligen Reisen in dieses Land am Himalaja. Im Mittelpunkt stehen die Königsstätten von Phaktapur.

 

4. Die „Heilige Nacht“ – eine Weihnachtsgeschichte von Ludwig Thoma.

  Vorgetragen von Waltraut Pfaffenzeller und Alfons Regnauer, musikalische Beglei-

  tung von den Niedermaier Buam und Fritz Linner mit jungen Seeoner Sängerinnen

  Sonntag, 18. Dezember 2011, 16.00 Uhr, Römermuseum Seebruck

Zu den zweifellos beliebtesten Werken des bekannten bayerischen Schriftstellers zählt seine „Heilige Nacht“. Thoma erzählt frei nach Lukas (2,1–20) die Herbergssuche der Heiligen Familie, die Geburt des Kindes im Stall und die Anbetung durch die Hirten. Alle, ob jung oder alt, Kinder oder Erwachsene, die Freude an dieser Weihnachtsgeschichte haben, im altbaierischen Dialekt geschrieben, sind herzlich eingeladen.

 

5. Fahrt zu Altöttinger Weihnachtskrippen am Mittwoch, den 4. Januar 2012

Seit über 400 Jahren pflegt Altötting seine Krippentradition. Die figürliche Darstellung der Geburt Christi wurde ursprünglich vom Jesuitenorden als „pädagogisches Instrument“ in der Seelsorge eingesetzt. Nach Prag und Fribourg in der Schweiz erhielt Altötting nachweislich im Jahr 1601 seine erste Weihnachtskrippe. Trotz Aufklärung und Säkularisation hat sich dieser Brauch dann, auch über die Bürger- und Bauernstuben, bis in die Gegenwart fortgesetzt. So finden sich im Wallfahrtsort noch liebevoll gestaltete Jahreskrippen. Dazu die Stadtkrippe mit geschnittenen Figuren in heimatlicher Tracht im historischen Rathaus und eine lebensgroße Bretterkrippe am Basilika-Vorplatz. Eine Besonderheit ist die mit über 130 teils elektrisch beweglichen Figuren ausgestattete Mechanische

                                                                   

 

Krippe aus dem Jahr 1928, unweit des bedeutenden Monumentalrundgemäldes „Jerusalem-Panorama“.

Abfahrt im Bus nach Altötting ist am 4. Januar um 9.00 Uhr am Museum.

Eine Anmeldung per Telefon (08667/491 oder 580), per Fax (08667/809248) oder Internet (info@roemermuseum-seebruck.de), mit Termin zum 18. Dezember 2011 ist erforderlich. Bitte beachten Sie, dass das Museum in dieser Zeit geschlossen ist. Der Fahrpreis wird im Bus erhoben.

 

6. Albert Pfaffenzeller, Seeon:

  „Ludwig Thoma, ein bayerischer Dichter, sein Leben und sein Werk“

  Vortrag im Rahmen der Johann-Joseph-Wagner-Gedächtnisreihe in Ising.

  Die Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Heimathaus Chieming wird dieses Mal

  vom Bedaiumverein durchgeführt.

  Freitag, 27. Januar 2012, 19.30 Uhr, Haus der Vereine in Ising

Der 1867 in Oberammergau geborene Ludwig Thoma wuchs als Sohn des Försters Max Thoma in der Vorderriss auf. Ludwig durchlebt eine glückliche, behütete doch karge Kindheit. Mit dem frühen Tod des Vaters zerfällt die Familie. Ludwig studiert zunächst Forstwissenschaften, dann Jura. In seiner Referendariatszeit, die er in Traunstein ablegt, lernt er den Chiemgau kennen. Seine Mutter lässt sich darüber hinaus als Gastwirtin, zunächst in Prien, dann in Seebruck nieder, wo sie den Gasthof zur Post erwirbt. Ihre Töchter führen die Posthalterstelle, einer der Söhne den Poststall. Frau Thoma und zwei ihrer Töchter sind im hiesigen Friedhof begraben. Im Chiemgau lernte Ludwig die Vorbilder für seine literarischen Figuren kennen, so den Reichstagsabgeordneten Eisenberger, vulgo Hutzenauer, den er als Filser verewigte. Eisenberger gehörte einer politischen Strömung, den „Bauernbündlern“ an, mit der Thoma sympathisierte. Bevor er für die satirische Wochenschrift „Simplizissimus“ schrieb, war er als Rechtsanwalt im Dachauer Land tätig. Dort entwickelt sich Thoma zum bodenständigen, respektlosen Volksdichter, der meisterhaft Land und Leute in Altbayern schildert. Seine vielgelesenen Bauernromane und sozialkritischen Lustspiele beschreiben das agrarische und kleinstädtische Leben in unsentimentaler Schärfe. Vor allem im Simplizissimus gießt er literarischen Spott auf die vorherrschende Scheinmoral und spießbürgerliche Enge. Mit Beginn des 1. Weltkriegs ändert er sich vom Pazifisten zum Patrioten. Der scharfsinnige Intellektuelle wandelt sich zum chauvinistischen Volksverhetzer und Antisemiten. 1921 stirbt Thoma in Rottach-Egern. Das literarische Bayern begeht in diesem Jahr seinen 90. Todestag.

Den Chiemsee verewigte er literarisch mit folgendem Aphorismus:

„Der Chiemsee! Wenn ich die Augen schließe, und sei es, wo auch immer, Wasser an Schiffsplanken plätschern höre, erwacht in mir die Erinnerung an die Jugendzeit, an Stunden, die ich im Kahn verträumte, den See rundum und den Himmel über mir“.

 

Hinweise:

1. Am 3. Oktober 2011 findet von 10.00 – 17.00 Uhr das „Historische Bedaius Familienfest“ im Keltengehöft von Stöffling satt. Es werden Kelten, Römer und Bajuwaren in historischen Gewandungen auftreten, ihre Handwerksgeräte, Bewaffnungen und die Zubereitung von Speis und Trank vorführen. Außerdem findet ein Bogenschützenturnier statt, an dem jeder mitmachen kann. Für Bewirtung ist gesorgt.

 

2. Die Archäologische Staatssammlung in München zeigt in der Zeit vom 16.12.2011 – 27.5.2012 die Sonderausstellung „Im Licht des Südens – Begegnungen der antiken Kulturen zwischen Mittelmeer und Zentraleuropa“. Über 500 einzigartige italische Fundstücke stehen erstmalig prominenten Objekten aus dem nordalpinen Raum gegenüber. Bei Interesse und ausreichender Beteiligung kann im Frühjahr ein Ausstellungsbesuch organisiert werden.

 

Mit herzlichen Grüßen und großer Vorfreude auf ein Wiedersehen